Vegane Speisen in der Gemeinschaftsverpflegung

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Vegane Speisen in der Gemeinschaftsverpflegung

In den meisten Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung – seien es nun Krankenhäuser und Reha-Zentren oder auch Kantinen und Cafeterien in der Betriebsverpflegung – gehört eine vegetarische Menülinie mittlerweile schon zum Standard. Die vegetarischen Speisen werden nicht nur von Vegetariern gewählt, sondern oft auch von Omnivoren, die vielleicht nur etwas weniger Fleisch essen wollen oder den Anteil an Gemüse in ihrer Ernährung erhöhen möchten (was nicht zwangsläufig dasselbe ist). Daher wird auch heutzutage niemand mehr ernsthaft die Sinnhaftigkeit dieses Angebotes anzweifeln, nur weil vielleicht nur 10 % der Gesamtbevölkerung Vegetarier sind oder der Anteil im eigenen Betrieb sogar noch geringer ausfällt.

Hilfe bei krankheitsbedingter Ernährungsumstellung

Auch eine vegane Menülinie muss nicht nur den Veganern oder vielleicht noch Vegetariern vorbehalten bleiben. Es ist im Gegenteil so, dass gerade in Einrichtungen, in denen Menschen aufgrund der großen Zivilisationskrankheiten Arteriosklerose, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes oder Übergewicht behandelt werden, das regelmäßige Angebot von veganen Speisen ein großer Schritt auf dem Weg der Ernährungsumstellung sein kann. Hierzu muss sich das Angebot nur an den Alltagsgewohnheiten der meisten Menschen orientieren. Das bedeutet, eben keine exotischen Gerichte anzubieten, sondern eher auf bekannte Zutaten zu setzen – eben heimisches Gemüse, Obst und Getreide.

Dabei kommt es gar nicht darauf an, die Menschen „umzuerziehen“. Sondern es ist vielmehr Sinn dieses Angebotes, die gewohnten Ernährungsmuster mit viel Fleisch, fetten Milchprodukten und Eiern aufzubrechen und pflanzliche Ernährungsmuster für den späteren Alltag zu Hause zu etablieren. Werden vegane Gerichte schmackhaft zubereitet und ansprechend angerichtet, nimmt dies dem Patienten das Gefühl des Verzichts und die Angst, man wolle ihm die Butter vom Brot nehmen oder das Fleisch vom Teller. Er kann – gerade bei längeren Aufenthalten – seinen Geschmackssinn wieder etwas sensibilisieren für die frische Gemüseküche, und nach einer gewissen Zeit wird er den stark würzigen Geschmack von Fleisch und Fertigprodukten kaum noch vermissen. Im Übrigen bleiben die gewohnten Menülinien – also omnivor bzw. vegetarisch – ja weiterhin bestehen, so dass dem Kunden immer die Möglichkeit der Wahl bleibt.

Positives Image für den Arbeitgeber

Auch in der Betriebsverpflegung ist dieses Angebot durchaus sinnvoll: Einerseits kann das Unternehmen über den höheren Gemüseanteil aktiv Einfluss nehmen auf die Gesundheit des Mitarbeiters und somit evtl. sogar Krankheitstage reduzieren (durch niedrigere Infektanfälligkeit etc.). Andererseits kann sich das Unternehmen über das zusätzliche Angebot veganer Speisen als moderner, nachhaltiger und sozial verantwortlicher Arbeitgeber präsentieren.